Wer an Geschäftskunden und Privatkunden gleichzeitig verkauft, kennt das Problem: Der Geschäftskunde rechnet netto und wundert sich über den Bruttopreis. Der Privatkunde muss den Bruttopreis sehen, weil das Gesetz es verlangt. In Shopify gibt es dafür genau eine Einstellung, und die gilt für den ganzen Shop.
Diese Seite erklärt, was Shopify bei der Preisanzeige kann, wo die Grenzen liegen und welche Wege es für gemischte Shops gibt.
Die Grundeinstellung: netto oder brutto, für alle
Unter Einstellungen, Steuern und Zölle legst du fest, ob deine Produktpreise die Mehrwertsteuer enthalten. Ist der Haken gesetzt, zeigt der Shop überall Bruttopreise und weist die enthaltene Steuer an der Kasse aus. Ist er nicht gesetzt, zeigt der Shop Nettopreise und schlägt die Steuer an der Kasse auf.
Beides funktioniert sauber. Was nicht geht: beides gleichzeitig, abhängig davon, wer gerade im Shop ist. Shopify kennt keinen Umschalter je Kunde.
Was das für B2B-Shops heißt
Ein reiner B2B-Shop stellt auf Nettopreise um und schreibt „zzgl. MwSt.“ an die Preise. Das ist erlaubt, wenn der Shop ausschließlich an Unternehmer verkauft und das klar kenntlich macht. Viele Werbemittelhändler und Verpackungsshops machen es so.
Ein gemischter Shop, in dem auch Privatkunden bestellen können, muss Bruttopreise zeigen. Die Preisangabenverordnung verlangt gegenüber Verbrauchern den Gesamtpreis einschließlich Umsatzsteuer. Der Geschäftskunde sieht dann Bruttopreise und muss selbst zurückrechnen. Das ist rechtlich in Ordnung, aber bei Auflagen von 5.000 Etiketten ein Ärgernis.
Weg 1: Shopify B2B (nur Plus)
Im Plus-Tarif gibt es Shopify B2B mit Firmenkonten, eigenen Preislisten und steuerbefreiten Kunden. Angemeldete Firmenkunden sehen ihre Preise netto, alle anderen brutto. Das ist die saubere Lösung, kostet aber ab rund 2.000 € im Monat und ist für kleine Shops keine Option.
Weg 2: Doppelanzeige im Theme
Der verbreitetste Weg unterhalb von Plus: Das Theme zeigt beide Preise, zum Beispiel „49,00 € zzgl. MwSt. (58,31 € inkl. MwSt.)“. Das lässt sich mit wenigen Zeilen Liquid-Code im Theme erreichen oder mit einer „Dual Price“-App aus dem App Store.
Vorteile: Jeder Kunde findet seinen Preis, der Shop bleibt rechtlich sauber, weil der Bruttopreis sichtbar ist.
Grenzen: Die Doppelanzeige ist nur Darstellung. An der Kasse gilt die Shop-Einstellung. Der Steuersatz muss im Theme hinterlegt sein, bei Verkauf in mehrere Länder wird das unübersichtlich. Und bei Staffelpreisen muss die Doppelanzeige für jede Stufe gerechnet werden, was keine Standard-App macht.
Weg 3: Zwei Shops
Manche Händler betreiben einen B2B-Shop mit Nettopreisen und einen B2C-Shop mit Bruttopreisen. Das verdoppelt Pflege, Apps und Gebühren und lohnt sich nur bei großem Volumen.
Der Grundpreis nach Preisangabenverordnung
Wer Ware nach Gewicht, Volumen, Fläche oder Länge verkauft, muss gegenüber Verbrauchern den Grundpreis angeben: Preis je Kilogramm, je Liter, je Quadratmeter, je Meter. Für Druckprodukte ist das relevant bei Folien, Bannern, Etiketten auf der Rolle und überall, wo nach Fläche gerechnet wird. Bei Stückware (100 Flyer) ist der Grundpreis je Stück üblich, aber nicht zwingend.
Shopify hat dafür ein Feld je Variante: „Grundpreis“ mit Maßeinheit. Das Theme zeigt ihn dann unter dem Preis an. Das funktioniert für feste Preise.
Bei Staffelpreisen wird es schwierig. Der Grundpreis ändert sich mit jeder Mengenstufe. 100 Aufkleber zu 25 € sind 0,25 € je Stück, 500 Aufkleber zu 60 € sind 0,12 € je Stück. Das Shopify-Feld kennt nur einen Wert je Variante. Eine Staffeltabelle müsste den Grundpreis je Stufe mitführen. Das macht keine der verbreiteten Staffelpreis-Apps.
Was für Druckereien fehlt
Zusammengefasst fehlen in Shopify unterhalb von Plus drei Dinge für die B2B-Preisanzeige bei Druckprodukten:
- Netto und Brutto nebeneinander in der Staffeltabelle, je Mengenstufe gerechnet
- Grundpreis je Stück, je 1.000 oder je Quadratmeter, der mit der Staffel fällt
- Hervorhebung des passenden Preises je nach Kundentyp, ohne Plus
Unsere Shopify-App für Auflagenpreise bringt genau das mit. Die Staffeltabelle zeigt Netto und Brutto je Stufe, rechnet den Grundpreis mit und hebt für angemeldete Geschäftskunden den Nettopreis hervor. Die Kasse folgt weiterhin der Shop-Einstellung, weil das eine Grenze von Shopify ist, aber der Kunde sieht vorher, was er zahlt. Trag dich ein, wenn du zum Start informiert werden willst.
Häufige Fragen
Kann ich in Shopify Preise ohne Mehrwertsteuer anzeigen?
Ja, über die Steuereinstellung. Dann gilt das für den ganzen Shop und alle Kunden.
Kann Shopify Nettopreise für Firmenkunden und Bruttopreise für Privatkunden zeigen?
Nur mit Shopify B2B im Plus-Tarif. Darunter nur als Doppelanzeige im Theme oder per App.
Muss ich bei Druckprodukten einen Grundpreis angeben?
Bei Verkauf nach Fläche, Länge, Gewicht oder Volumen an Verbraucher ja. Bei Stückware ist die Angabe je Stück üblich. Im Zweifel den Anwalt fragen.
Wie trage ich den Grundpreis in Shopify ein?
Je Variante im Feld „Grundpreis“ mit Maßeinheit. Das Theme muss die Anzeige unterstützen, die meisten aktuellen Themes tun das.

